Freitag, 10. April 2015

. worum es geht


"Denn wenn Sie einmal alt sind, dann werden Sie sich sicher nicht vorwerfen, zu wenig Zeit im Büro verbracht zu haben.
Aber Sie werden sich ewig vorwerfen, nicht genug geliebt zu haben oder nicht das gemacht zu haben, was Sie eigentlich wollten." 
"Vielleicht."
"Ganz sicher sogar. Wenn Sie sich auf die paar Dinge beschränken, die Sie glücklich machen, dann werden Sie auch als Kellner zufrieden sein. Es geht nur um Träume und die Hoffnung, sie zu verwirklichen. Stellen Sie sich eine Kassiererin vor. Eine arme Frau, der das Leben immer wieder ein Bein gestellt hat und die bis zu ihrem Tod nichts anderes macht als Fritten, Nudeln und billige Weinflaschen an der Kasse einzuscannen. Und jetzt stellen Sie sich die gleiche Frau vor, wie sie Ihnen sagt, dass sie in ihrer Freizeit spätabends an einem Roman sitzt oder das sie einen Song schreibt oder einen Rucksacktrip durch China plant. Ein völlig anderer Mensch, nicht wahr? Und genau darum geht es. Um Träume, um Hoffnungen, um Sehnsüchte. Sie sind begnadet, Robert, wussten Sie das? Sie brauchen keine Angst zu haben. Sie haben eine Frau, die Sie liebt, und mit der Musik eine Leidenschaft,eine Berufung. Das sind Dinge, die alles überdauern können. Sie können noch als Achzigjähriger mit einem Lächeln nach der Gitarre greifen oder Ihrer Frau einen Kuss geben. Es gibt keine Grenzen. Nicht wenn Sie sich nicht selbst welche setzen."



worte, die treffen. hinabgleiten. wurzeln schlagen.
ganz tief. 
weil sie so gut passen.
es ist, als hätte ich sie finden müssen.
genau zur richtigen zeit.


weil es genau darum geht.
dann, wenn ich frühmorgens durch die verschlafene welt laufe.
am fluss entlang. meinen weg zum großen sportgeschäft.
mit jedem schritt ein stück weiter weg, von meiner hände eigentlichem werk.

denn genau da sind sie bei mir. meine träume und hoffnungen. 
fest verschnürrt. um nicht zu verlieren.
nicht zu vergessen.
das sie sind.
was - sie sind.

und mit jedem schritt kreisen meine gedanken.
jedes wort das sich bildet hinterlässt spuren.
und ich weiß. genau darum geht es.
um das festhalten.
um das wissen, dass der weg auch wieder zurück führt.
hin zu meiner hände werk.
meiner gedanken gut.

manchmal kann das eine nicht ohne das andere.
das müssen und das wollen.
vielleicht wird es das nie.
weil träume nicht vom himmel fallen und hoffnung nicht auf bäumen wächst.
weil es ein festhalten ist. ein hinfallen und ein aufstehen.
ein sehnen.
immer wieder.


aber solange ich sie bei mir habe, meine träume und hoffnungen.
solange meine hände ihr werk nicht verlernen. 
meine gedanken immer einen weg nach draußen finden und worte sich formen.
solange es musik gibt, zu der ich tanzen und menschen, die ich lieben kann.

solange, ist alles möglich.


dann ist der weg am fluss, frühmorgens, mein skizzenbuch - mein skript - mein roman - mein song.


denn genau darum geht es.



das beste ist noch nicht vorbei | fiva