Dienstag, 26. Mai 2015

. wortwerk


leise bahnen sich tränen ihren weg nach draußen.
sammeln worte ein auf ihrem weg.
sanft streichen sie über meine wangen.
lassen los und fallen - auf´s papier.




schreiben ist so viel mehr als nur das aneinanderreihen von worten.
das haben mich all die unzähligen seiten gelehrt, die ich, mein leben lang, mit gedanken gefüllt habe.
manche worte finden ganz leicht ihren weg. 
sie tanzen auf dem papier. sind leicht und weich.

und manche worte stecken so tief. es scheint als würden sie sich nie lösen.
es sind erinnerungen, die an einem zerren.
sie winden sich auf dem weg nach draußen und hinterlassen feine kratzspuren.
wunden. 

da ist ein schmerz des loslassens.
des hingebens.
des sich hineinbegebens.

und doch finden sie alle, alle ihren platz auf dem papier.
um zu erzählen, was erzählt werden muss.
buchstabe für buchstabe.
wort für wort.

ein geschichte. ein leben. ein sein.

manchmal wandern meine finger fließend über die tasten.
und manchmal bleiben sie auf halber strecke stehen.
verharren. 
leise.

vor dem nächsten wort.
der nächsten erinnerungen.

es ist ein leben, dass wächst. inmitten der zeilen. über die seiten hinweg.
und manchmal fühlt es sich so an, als würden meine eigenen füsse den nächsten schritt machen.




beck - heart is a drum


"If you do not breathe through writing, if you do not cry out in writing, 
or sing in writing, then don't write, because our culture has no use for it." 
- Anaïs Nin-