Dienstag, 4. August 2015

. so


"Wer die Dummheit der Jugend beklagt, kann selber nicht wahnsinnig intelligent sein, denn er hat vergessen, wie es sich anfühlte, dieses Jungsein mit dem Gefühl, die Welt sei zu groß für einen, und man wollte alles, nur nie, nie so alt werden wie die Alten in ihren dämlichen Anzügen. Die Jugendlichen heute müssen so schnell sein, so parat, so fix in ihren Entscheidungen, denn es ist enger geworden auf der Welt, die wir Älteren ihnen wieder ein Stückchen verdorbener hinterlassen. Seien wir doch einfach ruhig und betrachten die jungen Menschen als Teil von uns, als einen Teil, den wir lieben und beschützen müssen, aber nicht vor dem bösen Internet, sondern vor Erwachsenen. 
Wie uns." 
-sibylle berg|wie halte ich das nur alles aus?-




ich wusste, dass ich sie mögen würde.
ihr worte. und die ehrlichkeit in ihnen.
das echte, dass einen trifft.
ganz tief. 
so das es manchmal schmerzt.
das es weht tut. weil es so wahr ist.
weil sie gedanken ausspricht, die in ihrer schonungslosen ehrlichkeit so unglaublich groß und schön sind.

bei jedem wort möchte man laut 'ja' schreien.
jeden satz festhalten. sich daran festkrallen. ihn nie wieder loslassen.
um nicht zu vergessen.
niemals.

niemals wieder.

so wie eben jene worte. 
ein liebeslied an die jugend.
voller achtung.
und wissen.

endlich jemand, der das lebendige, das wilde und ungezähmte - das rohe, der jungen, zu schätzen weiß. 


endlich.



und ich sehe sie vor mir, dort im großen sportgeschäft - in dem ich zuweilen arbeite.
jeden tag. im sommer werden es mehr.
sie verbringen einen teil ihrer ferien dort. 
einen sommerjob lang.
einen teil ihrer zeit, die so kostbar ist.
weil sie träume haben, die gelebt werden wollen.
dann, später, wenn die zeit gekommen ist.

und ich spüre das große abenteuer des lebens in ihnen.
wie es sie in die ferne zieht. 
wie sie noch nicht wissen, was kommen soll. 
und weil es auch einfach noch nicht wichtig ist.
weil sie leben wollen.
weil sie die welt entdecken wollen.

weil sie noch so mutig sind. den kopf voller flausen und das wilde herz voller leben.
ungezähmt. 
noch.

und ich wünschte, wünsche ihnen, sie würden sich nie zähmen lassen.
müssen.

niemals.




ja, es sind solche sätze, die sich eingraben.
schonunglos.
ehrlich.
groß.

wie gut, dass es sie gibt.
das eine den mut hat sie zu sagen.

damit wir nicht vergessen.

wie es war.


das jungsein.




sibylle berg interview  |  bosse - schönste zeit