Dienstag, 10. November 2015

. warum eigentlich


warum ich schreibe. immer noch. manchmal hier und manchmal ganz woanders.
aber eigentlich immer.
schon immer.
warum sich hier alles verändert hat. 
und warum es wochenlang, scheinbar, still bleibt.

weil dies kein blog ist. weil ich kein blogger bin. niemals gewesen bin.
dieses hinterherhetzen, hinter den anderen. ein bild und noch eines. und das nächste wird noch besser.
eine anleitung jagt die nächste. ein tutorial folgt dem anderen.
und immer mehr davon. bloß nicht nachlassen. bloß nicht.
sonst verpasst man den anschluß, verliert sich. womöglich im leben selbst.
in dem was echt ist. in dem was wild und rau und ehrlich ist.
dort, wo texte nicht erst in einen mantel von rosaroter nettigkeit gehüllt werden.

nein, dass ist nicht was dies hier ist. dies hier sind worte.
manchmal blumig und manchmal rau. aber immer ehrlich. 
den rosaroten mantel hab ich schon lange ausgezogen. 
ich brauch keine einladungen zu diversen events mehr um zu wissen, wo ich stehe.
keine herzen und keine klicks. 
ich folge nicht, weil man es von mir erwartet und ich erwarte nicht, dass man mir folgt.

es geht um die worte.
einzig allein um die worte.
das hab ich gelernt.
weil ich sie zeitweise verloren hatte. verloren zwischen DIY und MeMade.
vergraben unter dem was gewünscht ist und dem was der leser nicht hören will.

und irgendwo da war ich. bin umhergeirrt auf der suche nach mir und meinen worten.
weil mir dieser rosarote mantel immer viel zu eng war.
weil es dem freigeist in mir, viel zu stickig war in der enge der meute.
das mitschwimmen mit der masse, war nie meins. nie.
und doch hab ich mich treiben lassen.

und immer die frage nach dem warum. warum das alles. 
warum soviel verbiegen für ein kleines bisschen, vermeintlichen, ruhm.
warum dieses mitschwimmen.
warum dieser rosarote mantel, der doch sowieso nicht passt.

ich weiß es nicht. 
aber ich weiß, was das hier ist.
und ich weiß, warum ich das hier tue.
das schreiben.

weil sie da sind, die worte.
weil sie raus müssen.
immer.
und manchmal eben auch hier.

und ja, ich will das sie gelesen werden. 
aber sie müssen nicht gefallen.
niemanden.

nicht einmal mir.

sie sollen hängen bleiben.
man soll sich daran stoßen.

dazu sind sie da, die worte. und dies hier.

das ist der grund, warum ich schreibe.
warum ich es schon immer tat. seit ich es kann.
und ich will sie nie wieder verlieren.
meine worte.
niemals wieder.

und manchmal finden sie ihren weg hier her. 
manchmal landen sie in meinem skript.
manchmal in einem meiner unzähligen notizbücher.
manchmal auf einem alten kassenzettel.
und manchmal bleiben sie einfach wo sie sind. tanzen zur melodie in meinem kopf.
kreisen. lassen mich in mich hineinlächeln.
bringen mich zum weinen.
erschrecken mich.
machen mir angst.

und geben mir mut.

mut für all das hier.

mut, einmal mehr, gegen den strom zu schwimmen.
auch wenn ich dabei, letzten endes, ganz allein bin.

aber ich bin.


danke, kea, für deine wundervollen, ehrlichen und klaren worte dazu. sie bringen meine gedanken zum drehen. einmal mehr.

eine stimme genau so wunderschön und rau, wie seine worte.