Dienstag, 1. Dezember 2015

. 42,195





manchmal braucht es zeit bis sich worte finden.
worte für gefühle die unendlich und groß waren. es immer noch sind.

weil sie überwältigen, die gefühle.
weil sie tief sind und echt und gewaltig.
weil sie verändern. 
immer wieder.

nun ich sitze hier und tränen rollen meine wangen hinunter.
weil ich mit jeder erinnerung daran alles noch einmal spüre.
jeden schritt noch einmal setze.
da ist sie plötzlich wieder, die gänsehaut und die aufregung. plötzlich pocht das herz wieder ganz schnell und laut. 
fast so als würde es jeden moment herausspringen. vor freude. vor lauter glück. 
so viele emotionen. gefühle, die kaum zu beschreiben sind. 
erinnerungen die mir keiner nehmen kann.

den blick nach oben. hinein ins ziel. gelaufen für alle die, die nicht mehr an meiner seite sind. für das leben. für den willen. die hoffung. für mich. meine liebsten. um mir selbst und dem diabetes zu zeigen, ich kann. weil ich will. ein großer traum, der sich erfüllt hat, weil ich einen schritt vor den nächsten gesetzt habe. über meine grenzen hinaus. die angst hab ich unterwegs verloren. der wille ungebrochen.
mit einem lachen im gesicht. im herz.
es fühlte sich groß an. so groß.

und genau jetzt spüre ich das wieder. 
ich fühle mich unendlich. 
und wenn ich meine augen schliesse, dann bin ich wieder dort.
in den straßen berlins. umgeben von menschen die mit mir laufen. freunde, für ein paar kilometer. unbekannte bekannte, die mich, singend und klatschend, tragen. schritt für schritt. kilometer um kilometer. den nächsten berg hinauf. um die nächste kurve. hinein ins ziel.
ich höre meinen namen, immer wieder. am wegesrand klatschen sie für uns. für mich.
und wir laufen. ich laufe. weiter. und weiter. und dann noch ein stück.
berlin, du warst so gut zu mir.

man sagt, derjenige, der einen marathon läuft, ist danach nicht mehr der, der er davor war.
sie haben recht. es stimmt. diese 42,195 km haben mich verändert.
mit dem startschuss bin ich auf eine reise gegangen. habe mich unterwegs verloren und wiedergefunden. 
bin über mich hinaus gewachsen und hab all meinen mut in jeden schritt gelegt. 
das ziel vor augen. 
der weg war das ziel.

da waren immer wieder freudentränen, die meine wangen hinab liefen. 
vermischt mit dem salz auf meiner haut haben sie sich in meinem lachen verloren.
da war kein straucheln. da war kein stolpern. da war kein zögern. 
und niemals ein 'ich schaff es nicht'.
da war immer nur ein 'ich kann. ich werde. ankommen.'

und ich bin angekommen.
am ende.
im ziel.

an stärke gewonnen. hoffnung für ein ganzes leben im herzen. gewachsen. innerlich.
das wissen, ich habe es geschafft. 
und irgendwie, kann ich nun alles schaffen. 
alles.

weil ich will.
einfach, weil ich will.




heute kam dann diese mail. ein 'du bist dabei'.
nun laufen sie wieder, die tränen. 
und in gedanken laufe ich jeden kilometer noch einmal. im herzen.
dann, im nächsten jahr, wieder dort, in berlin.

berlin-marathon 2016 - ich freu mich so unendlich auf dich.



42. berlinmarathon - a special day

enno bunger - renn!

joris - neustart